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Der Google Ventures Design Sprint erreicht traditionelle Unternehmen

Verfasst von Matthias Beitl am .

Vor einigen Wochen konnte ich hierzulande gelebte Innovation live mitgestalten, da ich meine Rapid Prototyping Expertise im Rahmen eines Design Sprints zur Anwendung bringen durfte.

Was bitte ist ein Design Sprint?

Alles über das Konzept, welches von Jake Knapp gemeinsam mit Kollegen von Google Ventures entwickelt wurde, findet man im dazugehörigen Buch. Es spricht für die Innovationsbereitschaft eines Unternehmens, wenn dieses bereits jetzt auf Design Sprints setzt, ist doch die englische Erstausgabe des Buchs erst zwölf Monate alt. Ein Design Sprint dauert eine Woche, beginnend mit der Ausarbeitung einer Idee, welche am Ende der Woche echten Kunden präsentiert wird. Dazu wird am vierten Tag ein funktionstüchtiger Prototyp erstellt.

Von der Idee zum Kunden in fünf Tagen

Es funktioniert, sonst gäbe es das Buch nicht. Die darin beschriebene Methodik ist vielfach in verschiedensten Branchen erprobt worden. Auch in eher „traditionellen“ großen Unternehmen, wie ich Anfang des Jahres beweisen durfte. Als Teil eines Teams, bestehend aus zwölf Personen, mit unterschiedlichen Skills: Moderation, Design, Entwicklung, dazu Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedensten Bereichen, inklusive Management.

In einem Design Sprint liegt der Fokus nicht im sonst üblichen Brainstorming, sondern in der Einzelarbeit. Es wird viel skizziert und gezeichnet, und in Folge wieder in der Gruppe besprochen. Übrigens, es gibt niemanden, der nicht zeichnen kann. Es genügt üblicherweise, Rechtecke, Kreise und Pfeile zu malen.

Montag

Es gibt natürlich einen Grund, weshalb man so einen Sprint überhaupt ins Leben ruft. Dennoch, abgesehen von der ungefähren Richtung steht zu Beginn nicht fest, wohin die Reise geht. Stattdessen wird dies gemeinsam am ersten Tag erarbeitet. Bis zum Abend wird also festgelegt, welche Idee getestet werden soll. Dabei darf man ruhig mutig sein und große ungewöhnliche Schritte wagen.

Dienstag

Über den Tellerrand blicken. Zu Tagesbeginn findet im Team noch ein Austausch zu guten Praxisbeispielen aus anderen Branchen statt. Doch danach geht es los, auf Basis der am ersten Tag entwickelten Idee wird nun mit der Ausarbeitung begonnen.

Mittwoch

Die Ausarbeitung wird verfeinert, es wird viel skizziert. Bis zum Tagesende muss klar sein, welche Inhalte für den Prototyp wichtig sind und wie diese aussehen sollen.

Donnerstag

Der Prototyp wird erstellt. Im konkreten Fall sollte eine App-Idee getestet werden, daher war es nun an der Zeit, die App mit Prototyping-Tools zu simulieren. Dabei muss das Design sehr gut sein, sollen doch die Nutzer am Freitag nicht bei jeder Gelegenheit merken, dass sich noch keine echte App auf dem Mobilgerät befindet. Obwohl die Hauptarbeit am Umsetzungstag bei den Designern und Entwicklern liegt, tragen alle Anwesenden zum Ergebnis bei. Mit dem Ziel, dass am Tagesende ausprobiert werden kann, was die Kunden am Abschlusstag erwartet.

Freitag

Showtime! Ideal ist es wenn von den eingeladenen Kunden fünf tatsächlich erscheinen. Die Kunden kommen nacheinander zum Interview, wobei die Bedienung des Prototyps durch die Kunden möglichst ohne Anleitung erfolgt. Das Team sieht im Nebenraum live via Bildschirm zu und macht Notizen. Man sieht die Arbeit der letzten Tage sofort in der Praxis und kann Schlüsse für das weitere Vorgehen ziehen.

Fazit

Eine Methodik von unschätzbarem Wert! Das Kundenfeedback zeigt sofort ob eine Idee Potential hat, ohne Geld in deren Entwicklung gesteckt zu haben. Zwar müssen sich die Mitwirkenden eine Woche lang nahezu komplett dem Büro-Alltag entziehen, was gerade im Management nicht immer einfach ist. Aber die Qualität des Ergebnisses kann mit anderen Mitteln in der relativ kurzen Zeit einfach nicht erreicht werden.

Bei Finnoconsult gehören Design Sprints mittlerweile zum Repertoire.

Viele gelbe Klebezettel wurden im Laufe der Woche verbraucht.

PS. Der Post-it Verbrauch ist in Design Sprints übrigens enorm.

Themengebiete

UX, Design, Innovation, Prototyping, Praxis.


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